Das Steinwehr

Das alte Steinwehr aus dem Jahre 1711/12 ist einer der wenigen sichtbar erhaltenen Überreste der ehemaligen Befestigungsanlage. Es wurde anstelle einer hölzernen Stauanlage unter Verwendung von Steinen des mittelalterlichen Lippetores erbaut, im 19 Jh. erweitert und 1986 umfassend renoviert.
Das erste Bild zeigt seinen Zustand Anfang der 80er Jahre.
Das Steinwehr weist 10 Durchlässe von 1,8m Breite auf, zu denen je eine 8 cm dicke und 1,9m breite Holzböhle gehört. Dadurch, dass die Holzböhlen als Staukörper ins Wasser gelassen werden konnten, erfüllten sie die Funktion als bewegliches Wehr. So konnte man damals das Wasser in Zuleitungsgräben umleiten. Bei diesen Gräben handelte es sich um die Festungsgräben der Stadt. Das Steinwehr ist entstanden, um Lippstadt zur stärksten Festungsstadt zwischen Rhein und Weser auszubauen. Im Jahre 1711 wurde auf den Befehl von König Friedrich I. hin der Bau des Wehrs begonnen und 1712 fertig gestellt. Die Pfeiler sind am Oberstrom mit Eisabweisern beschlagen. Die Außenflächen des Steinwehrs sind mit Kalkstein verkleidet.
1985 wurde das Bauwerk in die Denkmalliste eingetragen. Durch das alte Steinwehr wird Lippstadt als wasserreichste Stadt Westfalens bezeichnet.
Der an die Altstadt angrenzende Stadtpark, öffnet sich von dort aus östlich in die Lippeauen. Eine Ausweitung der Parklandschaft in die östlichen Talaue wird dort aber durch die querende Bundesstraße 55 verhindert.