Nicolaiforum

Die zentrale Anlaufstelle für Katholiken in Lippstadt wurde am 10. Dezember 2023 eingeweiht.

Das markante Gebäude an der Cappelstraße Ecke Klo­sterstraße mit 900 Quadrat­meter Nutzfläche ist die neue zentrale Anlaufstelle für den Pastoralen Raum Lippstadt und beherbergt zudem den Pfarrsaal der Nicolaigemeinde.

Mit der Einführung des Pasto­ralen Raums im Jahr 2020 hatte das Erzbistum den Auftrag erteilt, einen zentralen Verwal­tungssitz zu schaffen. Die Gemeinde entschied sich dafür, das eigene Grundstück direkt an der Nicolaikirche zu nutzen. Der früher auf dem Eckgrundstück ansässige Stoffmarkt hatte diesen Standort aufgegeben, so dass die Gemeinde nun Zugriff auf Gebäude und Grundstück hatte.

Vor dem Start der Bauarbeiten wurden archäologische Grabungen durchgeführt, die erga­ben, dass an dieser Stelle früher Gerber ansässig waren.

Das Nicolaiforum wurde nach neuesten ener­getischen Standards gebaut und wird mit Hilfe einer Wärmepumpe (Sole-Wasser-WP mit vier Tiefen­bohrungen mit je 120 Me­ter Länge) beheizt. Das System verfügt gleichzeitig über eine Kühlfunktion, sodass die Fußbodenheizung im Som­mer durch Kühlung für eine angenehme Raumtemperatur sorgt. Eine Lüftungsanlage in den Versammlungsräumen ist mit einer Wärmerückgewinnung verbunden.

Die Photovoltaikanlage auf dem Dach, die durch die angepasste Gestaltungssatzung der Stadt möglich wurde, er­zeugt eigenen Strom.

Über den Haupteingang im Erdgeschoss betritt man das offene Foyer. Von hier aus gelangt man in das zentrale Pfarrbüro, das für alle Anliegen zu verlässli­chen Öffnungszeiten besetzt ist (montags bis freitags von 9 bis 12 Uhr sowie von 14 bis 16.30 Uhr .

Herzstück des Gebäudes ist der große Pfarrsaal der Nicolaigemeinde – unter anderem gedacht für die Arbeit mit Chören und Kir­chenmusikern und für Begeg­nungen nach dem Gottesdienst. Von hier aus kann man auf den Innenhof treten, der mit sei­ner Ausrichtung eine optische Verbindung mit der Kirche ein­geht. Abgetrennt von einer Hecke liegt der Besucherparkplatz.

Im Obergeschoss befinden sich die Büros von Pfarrer, Pastoren,  Verwaltungsleiter, Kirchenvorstand, Gemeinde­referenten, Sekretariat und Kirchenmusikern.

Im Dachgeschoss ist das Zentralarchiv für alle 14 angeschlossenen Gemeinden des Pastoralverbundes eingerichtet: In den Rollregalarchiven mit ei­ner Regalbodenlänge von bis zu 1.500 Metern werden die geschichtlich relevanten Unter­lagen zusam­mengeführt.

mehr lesen

Bökenförder Straße

Wenn man den Zeitzeugen glauben darf, dann war die Bökenförder Straße in der Vergangenheit mit sechs Gaststätten wahrhaft eine gastliche Straße. Da die Altstadt Lippstadt Anfang der achtziger Jahre reichlich Raum für den Bummel durch Gaststätten und Kneipen bot, erinnere ich mich leider nur an wenige Anlässe, hier einzukehren. Dazu gehörte auch das Restaurant Ortwein, in dem so manche Familienfeier stattfand. Im Gedächtnis bleiben mir die Fraktionssitzungen einer etwas kleineren aber lauten Partei im Hinterzimmer, die verrucht verraucht mir die Stimme nahmen.

„Es gab den Hubertushof, die Union-Klause ( jetzt Glas Hertel , bekannt unter “ Kutsch Willi “ ), Ortwein, Hesse, Kornblume ( Ecke Westernkötter) und der weisse Hirsch ( Ecke Reichenbacher, oder Sprenger, heute Solarstudio )“ lt. eines Mitgliedes der Facebook-gruppe historisches Lippstadt.

Zuerst wich das Restaurant Ortwein dem Neubau von Wohnungen. Das Haus Hesse wurde umgenutzt, ist also keine Gaststätte mehr.

Restaurant Ortwein

Gasthof Hesse

An der Ecke zur Erwitter Straße fiel nun das Gebäude der Gaststätte Hubertus. Es gab eine Fußball-Thekenmannschaft, donnerstags Pilsstunde und überhaupt die besten Frikadellen der Stadt (O-Ton eines facebook-Mitgliedes)

mehr lesen

Die Westfälische Union Lippstadt

Das Gelände der Union grenzt unmittelbar südöstlich an die Altstadt Lippstadt an und ist seit Jahrzehnten eine Fläche, die einerseits durch ihre industrielle Nutzung stark verunreinigt worden war, dennoch andererseits für die Entwicklung der Stadt aus verkehrlicher Sicht wie zur Erweiterung baulicher Nutzungen sehr interessant war.

Die Fläche wurde mehrfach durch die Bauleitplanung der Stadt überplant, um die aktuelle gewerblich-industrielle Nutzung weiter möglich zu machen, zugleich aber die Verbindung der Konrad-Adenauer Allee zur Weißenburger Straße (Richtung Rossfeld und B55) rechtlich zu sichern. Dies sollte die Schließung der Bahnübergänge „Unionstraße“ und „Weißenburger Straße“ zum Teil kompensieren.

Während Anfang der 80er Jahre noch vorausgesetzt wurde, dass ein Erwerb der notwendigen Straßenflächen im ungünstigsten Fall durch eine Enteignung möglich gewesen wäre, erwiesen sich die rechtlichen Hürden hierzu in den folgenden Jahren deutlich höher. Es blieb daher hier für Jahrzehnte eine gewerbliche Nutzung in der und außerhalb der alten Hallenarchitektur bestehen, die allerdings die vorhandene Gleisanbindung an die nördlich gelegene Bahnlinie nicht nutzte.

Zur Geschichte

Die Entstehung der Westfälischen Union in Lippstadt wird in einem lesenswerten Buch von Dieter Olmesdahl (ISBN 978-3-949718-23-6) beschrieben und mit zahlreichen Fotos, Plänen und Grafiken illustriert. Darüber hinaus wurde kürzlich auch in der Tageszeitung „Der Patriot“ am 16.04.2024 zum eisernen Jubiläum aus dem Jahre 1923 eine kurze Beschreibung der Lippstädter Eisenindustrie veröffentlicht.

Kurz gefasst ergibt sich aus den den Informationen Wikipedias folgender Hintergrund:

1832 nahm Mathias Linhoff aus Arnsberg die Bericher Hütte in Pacht, die sich im Besitz der Fürstlich Waldeckschen Regierung befand und zu der neben dem Bericher Hochofen- und Hammerwerk auch der Niederwerber Hammer, die Dornberger Hütte und der Eisenhammer zu Braunsen gehörte sowie eine Beteiligung an den Gruben Martenberg und Semmet. Das Unternehmen beschäftigte etwa 50 Arbeiter und stellte in der Hauptsache hochwertiges Holzkohlenroheisen her, ca. 2 t pro Tag. 1837 ging das Eigentum in Erbpacht über und wurde 1853 auf den Sohn Anton Linhoff übertragen.

1755 wurde nahe von Berich (südlich Warburg) an der Mündung der Werbe in die Eder ein Hüttenwerk errichtet. Verarbeitet wurde hier in erster Linie Eisenerz aus dem Raum Adorf. Flussaufwärts am Nieder-Werber Hammer entstanden aus dem Metall z. B. Ofenplatten.

Die Bericher Hütte befand sich in der Nähe des Dorfs Berich. Die Ruinen der Hütte sind nur zu sehen, wenn der Wasserpegel des Edersees extrem sinkt.

Am 1. Juli 1860 vereinigten die beiden Brüder Anton und Theodor Linhoff ihre Werke unter der Firma A. & Th. Linhoff und errichteten in Lippstadt ein neues, größeres Werk mit 10 Puddelöfen, 2 Schweißöfen sowie 1 Luppenwalze, 1 Stabwalze und 1 Drahtwalze. Das Werk in Belecke wurde zu einer Draht- und Drahtstiftfabrik umgebaut, die Bericher Hütte (südlich Warburg) verlor alsbald nach und nach ihre Bedeutung. Um die Anlage in Belecke mit Walzdraht aus Lippstadt zu versorgen und die Fertigware (Draht und Stifte) von Belecke zur Bahnverladung nach Lippstadt zu transportieren, verkehrten zwischen beiden Betrieben täglich vierspännige Frachtfuhrwerke, bis 1883 die Westfälische Landes-Eisenbahn die Strecke von Lippstadt nach Warstein in Betrieb nahm und somit den Frachtverkehr erleichterte.

1875 stellte die Bericher Hütte die Produktion ein, weil sich der Transport zur nächsten Bahnstation in Wabern nicht mehr lohnte. Bereits vor dem Bau der Staumauer war die Hütte also eine Ruine.

Im Januar 1873 ging die Firma A. & Th. Linhoff in der neu gegründeten Westfälischen Union auf. (Zitat:überwiegend Wikipedia)

Das Werk der „Union“ wurde 1973 geschlossen, 1978 von Thyssen Draht übernommen und in den 80er Jahren an ein Lippstädter Unternehmen verkauft..

mehr lesen


Die Westfälische Union, Grunderwerb

Stadt kauft Uniongelände

Weg frei für Lückenschluss der Lippstädter Südtangente

Der Patriot 21.10.2023

Lippstadt – Auf diese Nachricht wartet Lippstadt seit Jahrzehnten. Jetzt ist der Weg frei für den Lückenschluss der Südtangente zwischen dem Konrad-Adenauer-Ring und dem Roßfeld. Der letzte beschrankte Bahnübergang in der Kernstadt, genauer gesagt der an der Weißenburger Straße, könnte damit bald Geschichte sein.


Auf diesem Übersichtsplan, der die Grenzen des Bebauungsplanes 178 Uniongelände zeigt, sind noch die großen Hallenkomplexe zu sehen, die vor allem im Süden weitgehend abgerissen wurden.
In dem Rechteck rechts oben ist noch die Parkfläche angedeutet, in der früher die Villa des Direktors stand. Dieser Bereich bleibt dem Ursprungseigentümer, während die südlich angrenzende Fläche bereits von Gesellschaften der Stadt erworben worden sind.
Die beiden links liegenden Flächen zwischen der Bahnlinie im Norden und der südlichen Umflut wurden nun von der Stadt erworben.

Bürgermeister Arne Moritz und Benjamin Seiger, Geschäftsführer der auf dem Uniongelände ansässigen RNEHandels-GmbH, informierten die Öffentlichkeit am Freitagmorgen über die langersehnte Einigung zwischen Stadt und Eigentümer. Diese öffnet nun auch die Tür für einen möglichen Neubau der Feuer und Rettungswache auf dem prestigeträchtigen Areal im Südosten der Kernstadt. Die stets diskutierte Altlasten- Problematik auf dem Uniongelände soll derweil bei den anstehenden Planungen keine große Rolle spielen.
Wie Moritz und Seiger bekanntgaben, wird die Stadt von der RNE-Handels-GmbH eine rund 60 000 Quadratmeter große Parzelle im westlichen Bereich des Uniongeländes erwerben. Zum Kaufpreis äußerten sich Moritz und Seiger nicht. Das Unternehmen behält im Eckfeld Weißenburger Straße/Bahntrasse knapp 40000 Quadratmeter.
Im Besitz der Stadttöchter GWL und Wirtschaftsförderung befindet sich bereits die 20 000 Quadratmeter große Restfläche im Südosten des Uniongeländes.
Die Stadt erhält nun laut Moritz ein innenstadtnahes „Filetstück“, das nicht nur für eine neue Feuer- und Rettungswache, sondern auch für hochwertige Gewerbe-, Dienstleistungs- und Einzelhandelsansiedlungen in Frage komme. Eine ehemals auch angedachte Wohnbebauung sei dagegen vom Tisch, erklärte Moritz auf Patriot-Nachfrage.
„Wir sind froh, dass wir nach über 25 Jahren eine Lösung für die Südtangente und für diese wichtige Potenzialfläche präsentieren können“, erklärte der Bürgermeister. Fachbereichsleiter Heinrich Horstmann sprach von einem aus verkehrsplanerischer und stadtentwicklungstechnischer Sicht „herausragenden Ergebnis für die Stadt“. Seiger lobte die „fairen Gespräche“, die vor allem seit dem Start des Mediationsverfahrens „Flächenpool NRW“ im Jahr 2015 einen positiven Verlauf genommen hätten. „Das ist eine tolle Sache für die Stadt“, sagte er. Priorität hat nun für die Verwaltung der 470 Meter lange Durchstich vom Konrad-Adenauer-Ring zum Roßfeld. Ein neu aufzustellender Bebauungsplan soll den Verlauf der Südtangente festlegen. Das Verfahren soll 2024 über die Bühne gehen, der Baustart nach Möglichkeit 2025 erfolgen. Bei der Bezirksregierung wird die Stadt Landesmittel für den kommunalen Straßenbau beantragen. Horstmann geht von einer 70-prozentigen Förderung aus. Die Baukosten beziffert der Verkehrsplaner auf rund vier Millionen Euro.
Gespräche mit der Deutschen Bahn über einen möglichen Rückbau des Bahnübergangs an der Weißenburger Straße strebt die Stadt nicht unmittelbar an. Ob der auch nach dem Lückenschluss unverändert in Betrieb bleibt oder möglicherweise ein reiner Übergang für Radfahrer und Fußgänger wird, will die Stadt demnach der Bahn überlassen. Die bekannte Altlasten-Problematik auf dem Uniongelände sieht die Verwaltung indes nicht als allzu großes
Hindernis. „Das Gelände wird derzeit gewerblich genutzt. Und so wird es auch in Zukunft sein. Der Boden kann bleiben, wie er ist. Die Belastungen sind im Boden fixiert“, sagte Horstmann.
Die RNE-Handels-GmbH wird auf ihrem verbleibenden Areal auch weiterhin Gewerbeflächen vermieten. Zu dem im Frühjahr hochgekochten Gerücht, die Hotelkette B&B würde sich am Uniongelände ansiedeln, wollte sich Seiger am Freitag nicht äußern.

Besser spät als nie: Nachdem es die Stadt zur Jahrtausendwende verpasst hatte, das Uniongelände zu erwerben, ist nun der Durchbruch bei den jahrelangen Verhandlungen mit der RNE-Handels-GmbH erfolgt. Die Stadt erwirbt große Teile des Areals und kann endlich den Lückenschluss der Südtangente realisieren.

mehr lesen

Der Tornado an der Kleingartenanlage

Auf dem Luftbild (Quelle: Google) ist der Zustand der Landschaft vor dem Tornado zu sehen. Am südlichen Waldrand oben ist die Kleingartenanlage eingebettet in eine Lichtung des Waldes. Der gesamte Baumbestand an der südöstlichen Flanke der Anlage wurde vernichtet, ebenso wie die Baumreihen entlang der Lippe und die Abschirmung der Industrieanlagen des Werkes Thyssenkrupp Rothe Erde nach Süden hin (oben rechts im Bild). Die Schrebergärtner sind insgesamt noch mit einem „blauen Auge“ davongekommen, denn die großen Eichen im Norden fielen zum Teil nach Norden und so wurden nur relativ wenige Gebäude in Mitleidenschaft gezogen.

Auf den letzten Bildern sieht man eine Fläche südlich der Anlage, auf der nun wirklich kein Baum mehr steht. Hier soll dank des Einsatzes des Vereins Lippstädter Grün eine Obstwiese enstehen.

mehr lesen

Der Tornado über dem Stadtwald

Auf diesen Bildern ist das Ausmaß der Schäden im Wald und an seinen Rändern zu erkennen. Auf dem Vorschaubild links ist der ehemalige Waldspielplatz zu sehen, der – lang ist es her – nördlich durch den ehemaligen Tiergarten Lippstadts flankiert war. Die weiteren Bilder zeigen den Weg zur Lippe mit seinen gerupften Pappeln, Waldwege und die südliche Kante zur Lippe. Hier haben nun die Anwohner den freien Blick auf die Niederung.

mehr lesen

Der Tornado am toten Arm

Der tote Arm ist eine alte Lippeschleife, die im Zuge der Renaturierungsplanung und -durchführung nicht mehr in den Strömungsverlauf der Lippe eingebunden wurde. Der tote Arm umschließt die braun-graue Weidefläche rechts im Bild. Unten sehen Sie eine der neuen „Schleifen“, die im Zuge der Umgestaltung des Flussbettes angelegt worden sind (Quelle:Google).

Vor dem Tornado waren hier die Südflanke der Kleingartenanlage und der Verlauf der alten Lippeschleife mit hohem Baumbestand landschaftsprägend. Heute ist der Wald an diesen Orten schwer geschädigt.

Sehen Sie selbst!

mehr lesen

Der Tornado über der Lippe

Die Lippe ist in beachtlichen Abschnitten ihrer hohen Bäume beraubt worden

Es wird sicherlich lange dauern, bis der Fluss wieder so schön eingewachsen ist, zumal die Biber sehr bemüht sind , den Baumnachwuchs für ihre Bauvorhaben zu nutzen.

mehr lesen

Das Tief Emmelinde und der Tornado über Lippstadt

Eine Kurzfassung der Ereignisse, abstrahiert, zitiert und zusammengesetzt aus der Berichterstattung im WEB und den Printmedien.

Donnerstag, 19.Mai: Am Spätvormittag warnte der Deutsche Wetterdienst (DWD) vor schweren Gewittern im Kreis Soest.
Es bestehe die Gefahr von heftigem Starkregen und größerem Hagel zwischen 25 und 40 Litern pro Quadratmeter in kurzer Zeit. Zudem könnten Sturmböen oder schwere Sturmböen zwischen 80 und 100 Kilometern pro Stunde, lokal auch Orkanböen um 120 km/h auftreten.
Gegen Abend sagte der DWD am Freitag, 20. Mai eine intensive Gewitterfront für NRW voraus und rief auch für den Kreis Soest die höchste Warnstufe „violett“ aus.

Bilder zu dem Schreckensszenario sind zeitnah auf den noch folgenden Seiten zu sehen:

Freitag, 20. Mai: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) zog am frühen Freitagmorgen seine Unwetterwarnung zeitlich vor: es sei im Kreis Soest bereits ab 12 Uhr mit zum Teil extremen Gewittern zu rechnen.

Am Nachmittag wurde für den größten Teil des Kreises Soest die Warnstufe 3 (rot) ausgerufen:

Von Südwesten zogen Gewitter auf. Dabei sollten orkanartige Böen mit Geschwindigkeiten um 110 Kilometern pro Stunde auftreten sowie heftige Starkregen mit Niederschlagsmengen zwischen 25 und 35 Litern pro Stunde pro Stunde und Hagel mit Korngrößen um 3 Zentimetern.

Gegen 18.00 Uhr hat der Sturm in Lippstadt-Hellinghausen den kompletten Turmhelm der St. Clemens Kirche heruntergerissen. Der umliegende Wald wurde vernichtet.

Die doppelreihige Allee des Hellinghauser Weges auf der Nordseite der Straße wurde in weiten Teilen zwischen Hellinghausen und der Kernstadt umgeblasen.

Auf dem Weg in nordöstlicher Richtung überquert der Tornado die Lippe, trifft am Karnickelknapp auf die Kleingartenanlage am Stadtwald, den Wald vor dem Industriestandort der Rothen-Erde und die Grundschule Am Weinberg. In diesem Bereich bleiben nur wenige der uralten Bäume stehen, so dass hier neben dem Ausgleich der Sachschäden auch eine komplette Wiederaufforstung ansteht. Das Dach eines Schultraktes wurde durch Sturm und umknickende Bäume komplett zerstört.

Der Weg des Tornados führt weiter nach Osten, streift das Sportgelände am Jahnplatz mit seiner gerade fertiggestellten Dreifach-Sporthalle, die neben Glasschäden ihre neue, noch nicht angeschlossene, Fotovoltaikanlage (ca. 150000 Euro Schaden) verliert.

Hellweg-Radio berichtete: „Das Schwimmbad CabrioLi muss für mehrere Wochen geschlossen bleiben, um die Zeichen des Sturms beseitigen zu können. Das Dach der benachbarten LTV-Anlage am Jahnplatz hat sich der Sturm zum Spielzeug genommen und Teile davon wahllos auf dem Kombibad-Gelände abgelegt. Dachpfannen liegen auf dem ganzen Areal verstreut und werden mühselig von den Rasenflächen entfernt werden müssen. Der Wind hat zahlreiche Bäume wie Zahnstocher umgeknickt und Ausstattungsgegenstände wie Sonnensegel oder die Bestuhlung nach Belieben auf dem Boden oder in Bäumen verteilt. Die umhersegelnden Dachteile aus der Nachbarschaft haben gegen die Fassade gedrückt und hoch oben Eindrücke verursacht. Eine ganze Fensterreihe vor dem Schwimmerbecken im Bad haben die Luftmassen eingedrückt. Nun werden Fachleute das Becken auf Splitter überprüfen und die teilweise stark beschädigten Gläser austauschen müssen.“

Nebenan wurde das Evangelische Gymnasium, eine 10KV-Umspannstation der Stadtwerke und eine Halle der WLE schwer getroffen, wurden Gebäude zum Teil abgedeckt und der alte Baumbestand davor komplett vernichtet.

Entlang der Beckumer Straße wurden in diesem Bereich alle Bäume entwurzelt.

Der Tornado hat das WSC-Gelände (Wasser- und Wintersport Club Lippstadt) mit voller Wucht getroffen. Neben umgestürzten Bäumen ist ein Materialzelt (Lagerstätte für Boote während der Sanierungsarbeiten am Bootshaus) vollkommen zerstört worden, dazu eingelagertes Material wie ca. 40 Boote und die Seilanlage/Kanustrecke vor dem Bootshaus. Damit ist nicht abzusehen, wie nun die Jugendarbeit fortgeführt werden kann.

Das ganze Ausmaß der Schäden in der Innenstadt von Lippstadt war am Ende dieses Tages nicht absehbar. Spektakulär und besonders traurig: es wurde die alte Friedenseiche östlich der Marienkirche am Rathausplatz entwurzelt. In der Innenstadt wurden reihenweise Dächer abgedeckt. Auf einem Video, das auf Whatsapp kursierte, ließ sich deutlich eine Windhose erkennen, die kreisend Gegenstände in die Luft riss. Dachteile landwirtschaftlicher Gebäude, von der o.g. Fotovoltaikanlage oder auch Boote des WSC im Grünen Winkel wurden hunderte Meter durch die Luft gewirbelt.

Freitag, 20. Mai: Am Abend ruft Landrätin Eva Irrgang die örtliche Großeinsatzlage aus. Nach Angaben aus dem Kreishaus waren rund 400 Einsatzkräfte vor Ort. Nach ersten Erkenntnissen wurde niemand verletzt. Die Feuerwehr sprach sogar von bis zu 800 Einsatzkräften von Feuerwehr, THW und anderen Hilfsorganisationen.

Samstag, 21.Mai:

Im gesamten Stadtgebiet sowie in den Ortsteilen gab es schwere Schäden. Es bestand insbesondere in der Lippstädter Innenstadt sowie in den westlichen Ortsteilen Gefahr für Leib und Leben aufgrund von herabfallenden Dachziegeln und Ästen sowie umstürzenden Bäumen.

Unzählige Hilfskräfte waren im Einsatz und es zeigte sich, dass die Aufräumarbeiten über einen längeren Zeitraum eine enorme Herausforderung darstellen werden.

Die Stadt Lippstadt sagte deshalb das für das Christi Himmelfahrt-Wochenende geplante Altstadtfest ab.

Am gleichen Tag besuchten NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst zusammen mit Heimatministerin Ina Scharrenbach Lippstadt, um sich vor Ort ein Bild der Lage zu machen.

Am Nachmittag spricht der DWD in seiner Bilanz zum Tief „Emmelinde“ von drei Tornados, die sich bislang bestätigen lassen. Die aufgetretenen Tornados in den zahlreichen Superzellen hätten „das Maß über das Normale hinaus“ gehievt.

„Mindestens drei Tornados lassen sich am heutigen Samstagmorgen bereits bestätigen, alle traten in NRW auf. Davon betroffen waren die Städte Lippstadt (etwa gegen 16.35 Uhr MESZ) und Paderborn (etwa gegen 17.10 Uhr MESZ) sowie Lütmarsen (etwa gegen 18 Uhr MESZ), einer kleinen, zur Stadt Höxter gehörenden Ortschaft im Weserbergland. Die dabei aufgetretenen Windstärken müssen anhand der Schadensbilder zwar erst noch verifiziert werden, mehr als 118 km/h (Orkanböe, Bft 12) sind lokal aber wahrscheinlich. Bei den Tornados kam es nicht nur zu große Schäden, sondern auch zu zahlreichen Verletzten. Darüber hinaus gibt es einige weitere Tornado-Verdachtsfälle“, erklärte der DWD.

mehr lesen

Der Tornado über der westlichen Kernstadt

Der Jahnplatz, das evangelische Gymnasium und die Beckumer Straße

Freitag, 20. Mai:

Der Tornado kam von Hellinghausen, überquerte die Lippe. Er verlief durch den Stadtwald weiter nach Osten und über das Sportgelände am Jahnplatz mit seiner gerade fertiggestellten Dreifach-Sporthalle hinweg. Er drückte einen Teil der großen Glasfenster ein und riss die noch nicht angeschlossene Fotovoltaikanlage (ca. 150000 Euro Schaden) herunter.

Nördlich des Sportgeländes – westlich der Udener Straße – wurde der alte Eichenwald mit dem Domizil des nördlichen Schützenbundes massiv getroffen. Kaum ein großer Baum blieb stehen. Das Trafogebäude der Stadtwerke sowie eine Halle der WLE wurden schwer beschädigt.

Im Luftbild sieht man hier die Waldstücke beidseitig der Udener Straße, das evangelische Gymnasium und die neue Sporthalle südlich davon.

Von links nach rechts verläuft die Beckumer Straße, deren Baumreihen ebenfalls zerstört wurden.

Südlich angrenzend wurde ebenfalls das CabrioLi getroffen.

Hellweg-Radio berichtete: „Das Schwimmbad CabrioLi muss für mehrere Wochen geschlossen bleiben, um die Zeichen des Sturms beseitigen zu können. Das Dach der benachbarten LTV-Anlage am Jahnplatz hat sich der Sturm zum Spielzeug genommen und Teile davon wahllos auf dem Kombibad-Gelände abgelegt. Dachpfannen liegen auf dem ganzen Areal verstreut und werden mühselig von den Rasenflächen entfernt werden müssen. Der Wind hat zahlreiche Bäume wie Zahnstocher umgeknickt und Ausstattungsgegenstände wie Sonnensegel oder die Bestuhlung nach Belieben auf dem Boden oder in Bäumen verteilt. Die umhersegelnden Dachteile aus der Nachbarschaft haben gegen die Fassade gedrückt und hoch oben Eindrücke verursacht. Eine ganze Fensterreihe vor dem Schwimmerbecken im Bad haben die Luftmassen eingedrückt. Nun werden Fachleute das Becken auf Splitter überprüfen und die teilweise stark beschädigten Gläser austauschen müssen.“

Nebenan wurde das Evangelische Gymnasium und eine 10KV-Umspannstation der Stadtwerke getroffen, wurden Gebäude zum Teil abgedeckt und der alte Baumbestand davor komplett vernichtet. Auf beiden Bildern sieht man noch die übrig gebliebenen Eichen, die dann jedoch ebenfalls gefällt wurden.

Entlang der Beckumer Straße wurden in diesem Bereich alle Straßenbäume entwurzelt.

mehr lesen…